Gustav Gunsenheimer
Gustav Gunsenheimer

geboren am 10.3.1934 in Kunzendorf/Niederschlesien

Nach der Vertreibung aus Schlesien am Ende des Zweiten Weltkriegs besuchte er in Bamberg das humanistische Gymnasium und bereitete sich nach dem Abitur 1954 dort auf seinen künftigen Beruf als Musikerzieher vor. Seine erste Lehrerstelle trat er nach der 1. Lehramtsprüfung 1956 in Serrfeld/Königshofen an, seit 1968 wirkt er in Schweinfurt als Volksschullehrer.
Seine Laufbahn als Musiker begann er 1962, als er den überregionalen Lehrerchor "Fränkischer Singkreis" initiierte und fortan leitete. Bereits 1963 legte er die Kantorenprüfung an der Kirchenmusikschule Bayreuth ab. 1966 erhielt er das Bayerische Staatsstipendium für ein zweijähriges Studium am Mozarteum in Salzburg, das

u.a. auch die"Elementare Musik- und Bewegungserziehung" umfasste. Dort begründete er auch seine musikalische und persönliche Beziehung zu Carl Orff.
Nach seiner Rückkehr nach Schweinfurt 1968 wurde Gunsenheimer mit der Leitung des Oratorienchores "Liederkranz Schweinfurt" betraut, die er heute noch innehat. Im selben Jahr gründete er dort die Musikmodellklassen. Seit 1969 ist er als Kantor an St. Lukas tätig und initiierte 1970 die jährlich veranstalteten "Musiktage am Hochfeld", für die er als Leiter namhafte Solisten, Chöre und Instrumentalensembles gewinnen konnte. Als Nachfolger von Karl Thomas übernahm Gunsenheimer nach dessen Tod 1973 die Leitung der jährlichen Chorleiterwoche im Landesverband Evangelischer Kirchenchöre und ist außerdem Leiter des alljährlichen Seminars für Kinderchorleiter. Darüber hinaus war Gunsenheimer langjähriger Chorleiter der Deutsch-österreichisch-schweizerischen Sing- und Spielwoche in Salzburg und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule in Würzburg, später an der dortigen Musikhochschule im Rahmen des Faches Musiktherapie. Für den FSB ist er als Referent auf den regelmäßig stattfindenden Lehrgängen tätig und fungiert als Mitglied des Musikausschusses. 1983 wurde ihm der Titel "Kirchenmusikdirektor" und der Ehrentitel "Chordirektor", 1987 die Stadtmedaille Schweinfurt und 1990 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Seine umfangreichen Kompositionen umschließen sowohl Chorwerke, wie Kantaten, Motetten, Chorsuiten und -sätze, als auch Instrumentalwerke, von denen zahlreichen auf Platte oder vom Rundfunk aufgenommen wurden. Ein Verzeichnis seiner Werke erschien 1991 im Eigenverlag.


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