Franz Möckl

Franz Möcklgeboren 1925 in Bernau/Westböhmen
verstorben am 23.01.2014
Möckl genoss von Kindheit an Musikunterricht und war bereits von 1936 bis 1938 Klarinettist in der Neudeker Kinderkapelle, die zahlreiche Konzerte im In- und Ausland gab. Zusätzlich zu seiner Ausbildung zum Volksschullehrer in Eger nahm er von 1939 bis 1943 Unterricht bei Professor Josef Schelz in Violine und Musiktheorie. Auch während seiner Ausbildung zum Seeoffizier im Zweiten Weltkrieg war er um musikalische Weiterbildung bemüht, besuchte einen Singleiterlehrgang bei Gottfried Wolters und wirkte in Schleswig im dortigen Domchor mit, dessen Leitung er 1944/45 übernahm. Nach der Vertreibung nahm er 1946 in Ottowind/Coburg eine Stelle als Landschullehrer an, legte 1948 die 2. Lehramtsprüfung ab, wurde mit der Leitung des dortigen Männerchoresbetraut und gründete zugleich auch einen gemischten Chor. 1947 bis 1954 besuchte er Fortbildungskurse bei Wilhelm Mitschke an dessen Institut für Schul- und Volksmusik in Nürnberg und war von 1954 bis 1958 als Ausbildungslehrer und Musikdozent am Institut für Lehrerbildung in Coburg tätig. Seit 1954 hatte er für viele Jahre die Leitung des Singvereins Niederfüllbach inne. 1955 gründete und leitete Möckl den "Weinberg-Singkreis", der seit 1966 unter dem Namen "Fränkischer Kammerchor" durch seine mehrfache Mitwirkung bei den "Festlichen Tagen deutscher Jugend", bei "Europa cantat", den "Internationalen Chortagen" in Barcelona und durch Austauschkonzerte mit dem Prager Hochschulchor sowie durch die Verpflichtung ausländischer Orchester international bekannt wurde. Mit diesem Chor machte er auch zahlreiche Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen. Im Landestheater Coburg führte er 1957 bis 1965 Jugendsymphoniekonzerte durch, von 1956 bis 1965 war er Jugendmusikreferent für Oberfranken und stellvertretender Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendmusik in Bayern. Auf seine Initiative hin wurden außerdem mehrere Veranstaltungen, wie etwa die "Musischen Wochen" auf Schloss Schwanberg, und auf dem Volkersberg 1961, Musiklehrgänge im Jugendzentrum "Frankenhof" in Erlangen 1963 und der "Musiksommer Obermain" 1971, ins Leben gerufen. Seit 1956 wirkte Möckl als Dozent bei zahlreichen Chorleiterkursen, darunter auch dem Lehrgang auf Burg Feuerstein des FSB, für den er darüber hinaus seit 1968 auch als Kreischorleiter des Sängerkreises Coburg fungierte. Ferner war er seit 1970 Mitglied im Musikausschuss des FSB und leitete seit 1986 dessen Frauenchor. Von 1971 bis 1988 leitete er ein Seminar zur Ausbildung von Lehrern an Volksschulen. 1962 brachte er sein "Fränkisches Liederbuch" heraus. In Zusammenarbeit mit Karl Haus hat Möckl zahlreiche für den schulischen Gebrauch bestimmte Lieder- und Musikbücher herausgegeben. Seine zahlreichen Chorwerke umfassen Kantaten, Zyklen, und Chorsuiten, die zum teil bei namhaften Musikverlagen erschienen sind. Für seine Verdienste wurde er 1972 mit dem Titel "Chorleiter ADC", 1978 mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik und 1983 mit dem Bundesverdienstkreuz am Band ausgezeichnet. Seit 1987 ist er Ehrenbürger von Niederfüllbach. Der Sängerkreis Coburg verlieh ihm 1975 die Melchior-Franck-Plakette und machte ihn 1981 zu seinem Ehrenmitglied. 1984 erschien im Eigenverlag sein Werkverzeichnis.


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